*YES*
Seit neustem ist heute, also immer freitags, mein freier Tag. Ich will damit ja nicht sagen, dass ich unter der Woche ansonsten zu viel arbeite, aber ja. ^^
Um das gebührend zu feiern entschied ich mich, dass ich mich ganz alleine auf Erkundungstur durch Taiyuan machen sollte. Gesagt - getan. Nach ungefähr einer Stunde des herumirrens, fand ich mich endlich an der bekannten Yifen Bridge wieder und konnte mich dann glücklicherweise bis zur Shoppingstrasse des Jahrhunderts schleppen. Ab dort ging es mit meinen Füssen steil bergab. Wohlverstanden, dies meine ich so ziemlich zweideutig:
Ich verlief mich in einer der riesigsten Malls, die ich jemals gesehen habe und fand dann nur noch die Treppen, welche ich also mühsam 9 Stockwerke hinunterging. Unten angekommen machten sich meine Fersen bemerkbar. Stellt es euch so vor, als würdet ihr bei jedem Schritt, den ihr macht, auf einen kleinen Reisnagel treten. Und zwar an beiden Fersen.
Da ich mich bekanntlich noch nie gut als GPS eignete - nicht für andere und ganz bestimmt nicht für mich - entschied ich mich dazu, ein Taxi zu nehmen, um nach Hause zu kommen. (Was übrigens kein einfaches Unterfangen ist. ^^)
Ich stand also circa 2 Minuten am Strassenrand und hielt jedes Mal, wenn ich ein Taxi sah, die Hand raus. Als dann das Taxi kam, erkannte ich auch schon das nächste Problem: Ich wusste meine Adresse gar nicht!
(Das ist übrigens das bekannte Kim-vergisst-alles-Syndrom, also werdet ihr im laufenden Jahr mehrmals zu lesen bekommen, dass ich etwas vergessen habe. xD)
Da ich dem Taxifahrer aber trotzdem irgendeine Adresse nennen musste, entschied ich mich für den Park, der gleich vor meiner Haustür ist. Glücklicherweise verstand dieser mein Chinesisch-Gebrabbel und brachte mich dann an den gewünschten Ort. Somit konnte ich - als ich wieder gut aufgehoben und mit einbalsamierten Füssen auf meinem Bett sass - etwas neues auf meiner TO-DO-Liste abhaken:
Ganz alleine Taxi fahren = CHECK!!
Mit freundlichen Grüssen und schmerzenden Füssen,
K

Blick von der Yifen Bridge
kimie20 am 06. April 12
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren

--- Vocabulary ---
Ich sitze hier jeden Tag mindestens sieben Stunden lang in Taiyuan rum und frage mich, was ich tun soll. Manchmal schreibe ich einen Brief, manchmal eine E-Mail. Hierbei ist mein Vokabular ungefähr auf dem normalen Stand. Aber sobald der kleine Junge aus dem Kindergarten kommt und "Kim Jiejie" durch die ganze Wohnung schreit, schrumpft dieses Vokabular auf zwei Aussagen zurück:
"be careful" & "buyao!"
Ich renne diesem kleinen Teufel tagtäglich hinterher, spiele Flugzeug, male Bilder und klimpere auf dem Klavier herum... Und trotzdem muss ich sagen:
"Ich mag dieses Energie-Bündel!" ^^
Wenn ich meine Gasteltern mit nur zwei Wörtern beschreiben müsste, wären das wohl "still" & "nett". Sie sprechen nicht viel, aber wenn es drauf an kommt, dann sagen auch sie etwas.
Vielleicht ist der eine oder andere Leser meines Blogs etwas verwirrt von dem Begriff "ayi", welchen ich manchmal benutze.
"ayi" heisst eigentlich nichts weiter als "Tante", wird hier in China jedoch nicht nur für die wirklichen Tanten - also die Verwandten - gebraucht, sondern einfach für Frauen. (Okay, manchmal gibt es auch noch "jiejie" und "meimei", was dann grosse oder kleine Schwester bedeutet.)
Ich spreche mit "ayi" auf die Frau an, welche für uns kocht, wäscht und putzt. Sie ist immer da und taucht manchmal zu den blödesten Momenten auf.
-----------------------------Blitznachricht der Autorin-----------------------------------
Stellt euch vor, ihr steht in der Dusche, ganz relaxed, und dann kommt plötzlich die ayi rein. Witzig ist jedoch, dass sie sich nicht dafür entschuldigen würde... Schliesslich ist es hier schon fast normal, dass man sich gegenseitig beim Pinkeln zusieht. Also wieso nicht auch beim Duschen?!?
----------------------------------------Ende-------------------------------------------------
Freundliche Grüsse,
K
kimie20 am 05. April 12
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren

Essen
Ich glaube, was das Essen hier angeht, muss ich mich etwas klarer ausdrücken. Mit dem Ausdruck: "Hier werde ich wohl nicht viel essen" meinte ich nicht etwa, dass mir das Essen nicht schmeckt... Ganz im Gegenteil, es ist unglaublich.
Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass die Art und Weise, wieviel sie einem hier auftischen, eindeutig nicht mit der unseren übereinstimmt.
Hier ist es so, dass in der Mitte des Tisches mehrere Gerichte stehen. Ein Teller mit Lauch, ein Teller mit jiaozi (Dumplings), eine riesige Schüssel mit Eintopf. Und dazu bekommt man eine kleinere Schale gefüllt mit Reis oder Nudeln.
In der Schweiz wäre es so, dass man etwas davon mit dem Reis auf den gleichen Teller nimmt und dann isst. Hier pickt man mit seinen Chopsticks einfach mal kurz in diesen, dann in jenen Teller und nimmt etwas davon in seine Schale voller Reis.
Mir würde meistens schon die Schale voller Reis (oder eben Nudeln) reichen, aber das geht natürlich nicht, denn wenn man nicht mindestens von jedem etwas versucht hat, haben sie das Gefühl, dir schmeckt das essen nicht.
Als Fazit:
Ich sage also: "Hier werde ich nicht viel essen" und zwar aus dem einfachen Grund, dass ich einfach überwältigt bin. Und natürlich nicht unbedingt noch dicker werden möchte, als ich schon bin, denn wenn ich wirklich so essen würde, wie die ayi es von mir will, dann würde ich unweigerlich zunehmen. ^^
Verstanden meine Lieben? (Du weisst, ich meine dich!)
Freundliche Grüsse aus dem eisig-sonnigen Taiyuan,
K

Hotpot in einem witzigen Restaurant... Da läuft die ganze Zeit das Lied Dragostea Din Tei
kimie20 am 03. April 12
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
